Prosatext:
Wie ich die Liebe zur Mathematik fand.
Zahlen waren lange nur stumme Dinge.
Ich schrieb sie ins Heft wie Kieselsteine, mechanisch, pflichtbewusst, leer.
In der fünften Klasse lernte ich Quadratzahlen auswendig – eine statische Reihe ohne Sinn.
Dann fiel mir etwas auf: Eins Quadrat ist eins.
Zwei Quadrat ist eins plus drei.
Drei Quadrat ist eins plus drei plus fünf.
Vier Quadrat ist eins plus drei plus fünf plus sieben.
Die ungeraden Zahlen fügten sich wie Schritte zu einem Weg.
Ein Quadrat entstand aus Rhythmus, nicht aus Formel.
Ich zeigte es der Lehrerin.
Sie sah länger hin als sonst.
„So habe ich das noch nie gesehen“, sagte sie.
Eine Eins.
Doch wichtiger war das feine Ziehen danach – ein neuer Blick auf etwas, das immer da gewesen war.
Ich blieb ein solider Schüler.
„Solide“ – ein grauer Mantel.
In der siebten Klasse sagte die Lehrerin: „Du hast mathematisches Talent.“
Die Klasse drehte sich zu mir.
Später gab sie mir das Neuner-Lehrbuch.
Ich löste alles richtig.
Doch das Wort „Talent“ stand wie eine Überbelichtung neben mir.
In der achten Klasse stand ich an der Tafel.
Der Strahlensatz war in meinem Kopf, doch er rutschte weg.
Die Linien wirkten fremd.
Hinter mir entstand gespannte Stille.
Die Lehrerin wartete geduldig.
Ich zeichnete Linien wie jemand, der nicht weiß, wohin er gehört.
Mein Kopf war leer und überfüllt zugleich.
Am Ende schrieb sie eine Vier darunter – groß, dunkel, wie ein kalter Nagel.
Zum ersten Mal spürte ich: Ich konnte scheitern.
Vielleicht war ich gar nicht talentiert.
Auf dem Heimweg begann das Mantra zu flüstern: Du bist nicht verloren.
Du musst den Weg anders betreten – tastend, nicht frontal.
Folge den Spuren der Autoren.
Verteile die Arbeit über die Tage.
Bleib, auch wenn alles in dir gehen will.
Sechs Wochen einsames Lernen.
Ruhig, gleichmäßig, spannungsvoll.
Hände am Lineal, Augen über Figuren, Licht auf dem Blatt.
Ich zerlegte jeden Satz, zeichnete jede Figur neu, las Wort für Wort.
Die Spannung wurde zur Kraft, die mich trug.
Das Mantra wurde leiser, wurde Gespräch: Du bist unterwegs.
Du bleibst aus Vertrauen.
Nach vier Wochen klickte es leise.
Kein Triumph, nur ein Einrasten.
Die Figuren ergaben Sinn, die Wörter wurden vertraut.
Am Ende der sechs Wochen war Mathematik mein Lieblingsfach – nicht weil es leicht war, sondern weil ich gelernt hatte, dass Verstehen kommt, wenn man glaubt, längst verloren zu sein.
Ich verstand nicht nur Mathematik.
Ich verstand mich im Verhältnis zu ihr.
Die Liebe kam nicht durch Talent.
Sie kam durch die Vier, durch die Scham, durch die Nachmittage, an denen ich blieb.
Später studierte ich Mathematik auf Diplom und wurde Lehrer.
Liedtext:
Ich kam aus Staub. Aus Kies.
Aus Wegen ohne Klang.
Ein tiefer Puls, unter Haut, unter Stille.
Ich setzte einen Schritt.
Ich blieb.
Zahlen. Still.
Kies im Heft – kalt.
Quadrate wie Steine im Staub: eins, zwei, drei, vier. Flach. Grau. Wartend. Hände bleiben. Kopf geht.
Ich blieb. Druck wurde Blues.
Ich blieb – ich blieb – Offbeat im Brustkorb.
Alles vibrierte nach.
Ich blieb – Druck wurde Blues. Ich blieb – ich blieb.
Knirsch.
Eins zum Quadrat ergibt eins.
Zwei zum Quadrat ergibt eins plus drei.
Drei zum Quadrat ergibt eins plus drei plus fünf.
Vier zum Quadrat ergibt eins plus drei plus fünf plus sieben.
Ungerade ritzen Pfad. Rhythmus unter Haut.
Ich still, Druck schiebt.
Ich blieb. Druck wurde Blues.
Ich blieb – ich blieb – Offbeat im Brustkorb.
Alles vibrierte nach.
Ich blieb – Druck wurde Blues. Ich blieb – ich blieb.
Ein Blick – länger. Eine Eins. Ziehen im Brustkorb. Erster Ton. Staubmantel.
Ich blieb nicht gern – aber ich blieb.
Siebte Klasse. Du hast Talent.
Wort brummt wie Verstärker.
Neuner Buch. Alles richtig. Talent – hell. Nah.
Flackern im Kopf. Bleiben im Bauch.
Achte Klasse. Strahlensatz. Linien splittern.
Bassdruck in der Stille. Blues dröhnt.
Riss im Schädel. Druck drückt Luft weg.
Ich blieb. Druck wurde Blues.
Ich blieb – ich blieb – Offbeat im Brustkorb.
Alles vibrierte nach.
Ich blieb – Druck wurde Blues. Ich blieb – ich blieb.
Die Vier – groß. Dunkel.
Nagel im Inneren. Schlag — Bauch. Nicht verloren.
Anders gehen. Tastend bleiben.
Raum öffnet sich — dünn, kalt, metallisch.
Atem ohne Klang. Raum schließt. Druck fällt wie Bass.
Sechs Wochen. Allein. Hände am Lineal. Augen über Figuren.
Licht — heißer Streifen. Schritt. Schritt. Druck wird Kraft. Mantra wird Stimme.
Vier Wochen — Klick. Einrasten.
Sechs Wochen – mein Fach.
Nicht leicht – aber ich blieb, als ich dachte, ich sei verloren.
Linien werden weit. Räume groß. Dunkel und Licht. Kreidelinie glüht — heißer Draht.
Bogen über Bruch und Bleiben. Ich im Muster. Muster in mir.
Großer Schritt. Aufbruch aus Druck. Ich gehe.
Ich blieb. Druck wurde Blues.
Ich blieb – ich blieb – Offbeat im Brustkorb.
Alles vibrierte nach.
Ich blieb – Druck wurde Blues. Ich blieb – ich blieb.
Liebe kommt durch die Vier. Durch Scham.
Durch Nachmittage, an denen ich blieb.
Weg wird klar – weil ich blieb.
Zahlen werden warm. Druck wird Weg.
Ich blieb – und der Blues bleibt bei mir.
Copyright:
Artist: Jens K. Carl.
Lyrics: Frank Schumann.
Vocals: AI‑generated voices.
Music: Generated with Suno AI.
© / ℗ 2026 Frank & Jens AI-Songs
Produced with Suno AI.
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